Codex Alimentarius aus Verbrauchersicht

Veröffentlicht: 13. Januar 2009 von infowars in Codex Alimentarius, Eugenik, Gesundheit, Psychopharmaka, Wirtschaft
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Der Codex Alimentarius ist ein internationales Gremium, das Richtlinien für Nahrungsmittel erstellt. Seit etwa zehn Jahren wird im Ernährungskomitee des Codex eine Richtlinie für Nahrungsergänzung diskutiert. Der Vorschlag hierzu wurde 1993 von der deutschen Abordnung eingebracht.

Ich schrieb dazu im April 1994 einen Appell an die zuständigen Behörden, der aber offensichtlich nicht beachtet wurde, denn die Beratungen gingen munter weiter, so dass wir im nächsten Jahr die fertige Richtlinie erwarten können.

Wie sich diese Regelung auf die Verbraucher auswirken wird, nimmt Ambros Eisersdorf, ein Deutsch-Kanadier, unter die Lupe:

Codex Alimentarius und dein Recht auf wirksame Ergänzungsmittel

I flieg in ein paar Tagen nach Deutschland. Dort werd ich mir die Preise von Ergänzungsmitteln notieren. Ich weiss ganz allgemein, dass man in Deutschland – überhaupt in Europa mit Ausnahme von England, Irland, Holland und Schweden – fünf- bis zehnmal soviel für Vitamine und andere Ergänzungsmittel bezahlt als wir in Nordamerica bezahlen. Unbemerkt von der europäischen Verbraucherschaft hat die Pharmaindustrie es fast erreicht, dass in Europa viele ganz unbedenkliche Ergänzungsmittel entweder ganz verboten oder so teuer geworden sind, dass der kleine Mann sie sich nicht mehr leisten kann.

Hier schnell ein Beispiel. Ich nehm mir „chewable“ (zum Lutschen) 500-mg Vitamin C Tabletten mit, wenn ich nach Deutschland flieg. Hier kosten 500 Stück davon so etwa 12 Euro. In Deutschland würd ich dafür jedenfalls hundert Euro bezahlen. Wär ich dumm genug, ein Markenprodukt wie die Xitti zu kaufen – auch die Xitti enthalten nur 500 mg Vitamin C und sind zum Lutschen – dann müsst ich dafür an die hundertfünfundzwanzig Euro hinblättern. Natürlich verkauft man solche Sachen in Deutschland nicht in so grossen Mengen. Da wär der Endpreis zu abschreckend. Wer möchte schon 100 Euro für Vitamin C hinblättern? Man verkauft sie schön verpackt in Mengen von 10 oder 20 Stück niedrig-dosierten Tabletten. Da stimmt der Endpreis. Man merkt nicht, dass man für den scheinbar erschwinglichen Endpreis fast nichts bekommt.

In Deutschland würd also ein vergleichbares Präparat acht- bis zehnmal soviel kosten wie hier in Kanada. Und das wird hingenommen, weil man meint, so müsste es sein.

Es steht Europäern aber noch viel Schlimmeres bevor. In einem Jahr, d.h. ab August 2005, wird sich noch vieles ändern, was Vitamine und andere Ergänzungsmittel betrifft. Etwa 300 biologische Nährstoffe, die in mehr als 5000 unbedenklichen Vitamin- und Mineralpräparaten enthalten sind, werden vom Markt verschwinden, darunter eine große Anzahl von völlig unbedenklichen, leicht absorbierbaren und sehr wirksamen Nahrungsderivaten.

All dies als Folge eines radikalen deutschen Gesetzes, das die Mitgliedsstaaten der EU im Juni 2002 als Richtlinie für Ergänzungsmittel (RFE) verabschiedet haben. Zu den somit verbotenen Substanzen gehören natürliche Vitamine wie die gemischten Tokopherole (natürliches Vitamin E), alle Karotene ausser dem Beta-Karoten, Methylkobalamin, alle Schwefel-, Bor-, Vanadium- und Siliziumpräparate sowie die meisten Spurenelemente und die leichtabsorbierbaren und unbedenklichen Formen von Kalzium, Magnesium, Zink, Selen, Chrom und Molybdän. Die Dosierung von Vitaminen und anderen in vielen Produkten erlaubten Nährstoffen wird stark reduziert. Alle hochdosierten Präparate werden ganz vom Markt verschwinden. Einschränkungen von anderen Substanzen wie Fettsäuren, Aminosäuren, Enzymen, Probiotika, Phytonährstoffen usw. sind vorgesehen. Innovationen in der Ergänzungsmittelindustrie werden drastisch beschränkt, was ernsthafte Folgen für den Einzelhandel und für Alternativmediziner haben wird sowie für Verbraucher, die bereit sind, die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Diese drakonische EU Richtlinie – nicht genug, damit, dass sie den Europäern Zugang zu ganz unbedenklichen aber sehr effektiven Ergänzungsmitteln verwehrt – dient als Entwurf für Ergänzungsmittelgesetze, die im Rahmen des Codex global zur Geltung kommen sollen. Wenn dies eintritt, was mit einiger Wahrscheinlichkeit in ein oder zwei Jahren passieren wird, dann wird praktisch alles, was Millionen von Menschen ohne Risiko täglich an Vitaminen und anderen Ergänzungsmitteln zu sich nehmen, entweder verboten, oder so drastisch reduziert, dass es kaum noch Wirkung für die Gesundheit hat, oder am Ende so verteuert, dass man sich’s nicht mehr leisten kann…

Wir leben in einer Welt, in der nationale Grenze nicht mehr viel bedeuten. Es zeichnet sich eine globale Regierung ab, an deren Spitze die multinationalen Grossfirmen stehen – Triumph der Globalisierung.

Als Anfang der 90er Jahre die Welt-Handelsorganisation mit der Einrichtung des internationalen Gerichthofs Dispute Settlement Body die Vollzugsgewalt erhielt, internationale Handelsgesetze durchzusetzen, haben alle Mitgliedsstaaten übereingestimmt, ihre landesinneren Handelsgesetze nach neuen internationalen Masstäben zu harmonisieren, so dass alle Länder mit den gleichen Normen arbeiten werden. Die meisten Verbraucher von Ergänzungsmitteln waren sich zu der Zeit nicht bewusst, dass dies stufenweise zu einem frontalen Angriff auf all unsere Ergänzungsmittel, erst in Deutschland, dann in Europa und schliesslich auf der ganzen Welt führen sollte. Deutschland ist sozusagen das Modell, nach dem alle anderen Länder geformt werden sollen. Die meisten Ergänzunsmittelhersteller verliessen sich ganz einfach auf den Rat ihrer pharmaindustie-hörigen Handelsgesellschaften und wussten dementsprechend kaum, was da hinter der Bühne vor sich ging.

Die treibende Kraft hinter all dem sind die europäischen Pharmagiganten Höchst, Bayer, BASF, Degussa, Fresnius, Rhone-Poulenc, Sandoz, Shering-Plough und Novo Nordisk Sie haben sich den Codex für ihre Zwecke zurechtgebogen..

Was ist der Codex wirklich?

Der Codex Alimentarius wurde 1963 ins Leben gerufen als ein Gemeinschaftsprogramm der FAO [UN Food and Agriculture Organization] und der WHO [World Health Organization]. Das ursprüngliche Ziel war, Handelsnormen für den internationalen Verkauf von Nahrungsmitteln zu „harmonisieren.“ Durch die Errichtung von einheitlichen internationalen Normen wollte man Kosten sparen und so den internationalen Güterverkehr beweglicher machen.

Ein weiteres Codex Ziel war es angeblich, die Verbraucher zu schützen. Der Codex sollte garantieren, dass Ergänzungsmittel auf der ganzen Welt die angegebenen Dosierungen auch wirklich enthalten. In der grossen Wirklichkeit wird das Gegenteil erreicht: der Codex schützt die finanziellen Interessen der multinationalen Pharmaindustrie auf Kosten des Verbrauchers.

Der Codex hatte anfangs keinen Biss. Den bekam er erst mit der Uruguay Runde des GATT (Global Agreement on Tariffs and Trade), wo die Welt-Handelsorganisation (WHO) gegründet wurde. Vor der WHO hatte GATT keine Handhabe, ein Land zur Annahme von einem internationalen Standard zu zwingen. Bis zu diesem Punkt war alles freiwillig. Mit der Schaffung der WHO waren die Mitgliedsstaaten gezwungen, die internationalen Normen als ihre eigenen anzunehmen.

Im Laufe der Jahre hat die Pharmaindustrie den Codex Ablauf bei der UNO langsam aber sicher ganz unter ihre Kontrolle gebracht. Da es weiterhin heisst, „Ein Land, eine Stimme,“ hat das kleinste Entwicklungsland, das selber keine Ergänzungsmittel produziert, bei der Abstimmung so viel Einfluss auf wichtige Entscheidungen wie die viel grösseren Länder.

Dabei verstehen es die Pharmagiganten sehr wohl, die kleinen Länder gefügig zu machen und zur erwünschten Stimmabgabe zu überreden. Letzten Endes zählt bei der Abstimmung im Codex Komitee die Zahl der Stimmen.

Deutschland, das bedeutendste europäische Herstellerland der Pharmaindustrie, ist das Gastgeberland des Codex Komitees für Ernährung und Diätnahrungsmittel, das sich alle Jahre in Bonn trifft. Bei den Codex Meetings ist besonders die deutsche Pharmaindustrie tonangebend, und sie ist es, die zum Angriff auf Vitamine und andere Ergänzungsmittel bläst.

Hier das Wesentliche der von Deutschland vorgeschlagenen Richtlinie für Ergänzungsmittel

1. Kein Ergänzungsmittel darf für vorbeugende oder therapeutische Zwecke verkauft werden;2. Kein Ergänzungsmittel darf die vom Codex Komitee bestimmte Dosierung überschreiten;

3. Codex Normen werden international verbindliche Normen im Rahmen des GATT (Allgemeine Handels- und Zollabkommen).

Zu 2. Die von Codex bestimmte Dosierung richtet sich im wesentlichen nach dem sogenannten scientific risk assessment (wissenschaftlich erstellte Risikokriterien). Aber die von Wissenschaftlern im Dienste der Pharmaindustrie erarbeitete Dosierung ist so niedrig, dass davon keine gesunheitsfördernde Wirkung etwartet werden kann. Dabei ist zu bemerken, dass die Dosierung zwar gewaltig reduziert wird, die Preise sich aber kaum ändern. Mit anderen Worten, man bezahlt für die nun fast nutzlosen Präparate so viel wie vorher für die hochdosierten. Um das dem Verbraucher zu verheimlichen, werden die niedrigdosierten Ergänzungsstoffe in kleinen Mengen recht eindrucksvoll verpackt. Eine Packung mit 20 Vitamin C Tabletten @ 100 mg kostet nur etwa zwei Euro. Der Endpreis der Packung stimmt. Dass ein Gramm der Substanz dabei fast einen Euro kostet, kommt nirgends zur Sprache. In Nordamerika, wo der Codex noch nicht zugeschlagen hat, kommt ein Gramm Vitamin C auf weniger als 10 cents. So zieht man dem Verbraucher das Fell über die Ohren.

Das Codex Komitee tastet sich langsam aber sicher voran. Es sind acht Stufen vorgesehen. Stufe 5, in etwa der augenblickliche Zustand in Deutschland und den meisten europäischen Ländern, ist schon erreicht. Stufe 8, die Endlösung, scheint nicht mehr fern angesichts der Tatsache, dass man auf dem letzten Codex Meeting beschlossen hat, „to fast-track it all,“ d.h. die Stufen 6 und 7 zu überspringen und gleich auf Stufe 8 lostzusteuern.

Wie schaut es nun in Deutschland aus?

Um zu verstehen, was die wirklichen Absichten des Codex sind, braucht man nur in ein deutsches Reformhaus (health food store) oder in eine Apotheke zu gehen. Das „braucht man“ bezieht sich hier auf einen Aussenseiter; denn einem Deutschen fällt dabei nichts mehr auf. Der ist schon an die neue Wirklichkeit gewöhnt. Nehmen wir mal mich, einen Kanadier, als den Aussenseiter. In einem Reformhaus finde ich einmal ganz und gar nicht die Vielfalt an Vitaminen und sonstigen Ergänzungsmitteln, wie ich sie in einem kanadischen “health food store“ finde. Darüber hinaus ist vieles, was das Reformhaus noch an Vitaminen anzubieten hat, kaum wert, gekauft zu werden; denn die Dosierung ist so gering, dass man kaum Nutzen davon erwarten kann und die Produkte sind horrend teuer.

In der Apotheke ist es alles in allem nicht viel besser. Zwar hat die Apotheke mehr zu bieten, aber was sie zu bieten hat, ist entweder viel zu teuer oder es handelt sich um Preparate, die – obwohl immer noch teuer – so geringe Mengen der aktiven Substanzen enthalten, dass man davon kaum einen biologischen Nutzen erwarten kann.

Hier ein paar Beispiele. Die angegebenen Preise – sowohl die deutschen wie auch die kanadischen – stammen vom August 2003. Ob es die angeführten Dosierungen noch gibt, das werd ich erst in ein paar Tagen erfahren.

German / Taxofit / etwa das billigste Produkt Euro
Vitamin E 250 IE / mg 60 Stück 5.99
Canadian / Kirkland / auch billig
Vitamin E 400 IE / mg 500 Stück 7.50

German / Taxofit / etwa das billigste Produkt
Vitamin C 300 mg 40 Stück 5.09
Canadian / Kirkland / auch billig
Vitamin C 1000 mg 500 Stück 7.20

German / Abtei / weniger billig als Taxofit
Vitamin C 300 mg time release 48 Stück 5.09
Canadian / Kirkland / relativ billig
Vitamin C 1000 mg time release 300 Stück 7.50.

Seht Ihr den Unterschied? Im Fall des time release Vitamin C hat das deutsche Präparat kaum ein Drittel der aktiven Substanz und doch kosten 48 Stück davon fast so viel wie 300 Stück – also grob sechs mal so viel – in Nordamerika, ein Unterschied also von 1:18.

Der Ausdruck „Nepp“ wird der Sache nicht gerecht. Man müsste einen neuen Ausdruck erfinden, denn was da vor sich ghet ist viel, viel schlimmer als der Nepp, dem man z.B. als Tourist im Ausland begegnet. Dies ist massiver Betrug. Es handelt sich um die gleiche Substanz. Einen derartigen Preisunterschied kann man nicht mit grösseren Herstellungskosten erklären. Wenn der kleine Mann auch nur einen Bruchteil von so etwas von Betrug begehen sollte, käm er für lange Zeit hinter Gitter. Die Pharmariesen kommen damit durch. Warum? Die Frage müsst ihr euch selber beantworten.

Und warum tun sie das? Ostentativ, um den Verbraucher zu schützen, indem sie für international einheitliche „standards“ sorgen. Einheitlich wohl, aber wie? Einheitlich darin, dass die Dosierung kleinstmöglich ausfällt, die Preise aber alle Fesseln sprengen.

In Wirklichkeit tun es die Pharmagiganten, weil sie damit Milliarden ergattern. Einmal, weil sie ihre Ware für zehnmal so viel verkaufen können, als wir hier in Nordamerika bezahlen. Denkt ja nicht, dass die nordamerikanischen Verkäufer von Erganzungsmittleln nichts verdienen. Die verdienen noch genug, denn das Zeug kostet doch in der Herstellung fast nichts. Zum anderen – und dies ist noch viel zynischer – wissen die Manager der Pharmariesen genau, dass sie mehr von ihren fragwürdigen aber horrend teuren Arzneien verkaufen können, wenn die Masse der Verbraucher keinen Zugang zu effektiven Ergänzungsmitteln mehr hat und so nicht mehr viel für die eigene Gesundheit tun kann. Man will nicht etwa, dass die Leute sterben. An Toten ist nichts mehr zu verdienen. Nur gesund sollen sie nicht sein oder werden, damit sie auf die teuren Medikamente der Pharmama-industrie angewiesen bleiben.

Sind wir der Pharmaindustrie also hilflos ausgeliefert? Nein, nicht ganz…

weiter…

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