Die Geschichte des „Jasmin“

Veröffentlicht: 29. Juni 2008 von infowars in Deutschland, Kindesmißhandlung/ Sex Crimes, Korruption, Nachrichten

Der Skandal um das frühere Minderjährigenbordell in Leipzig ist ein wichtiger Teil der Ermittlungen im sogenannten „Sachsensumpf“. Bis heute blieb vieles im Dunkeln

1992 –  Im Leipziger Stadtteil Lindenau  betreibt der Ex-Boxer Michael W. das Minderjährigenbordell „Jasmin“. Acht junge Frauen im Alter von 13 bis 19 Jahre lässt er für sich anschaffen.

Ende Januar 1993 –  Polizisten stürmen das „Jasmin“ und verhaften den Bordellbetreiber. Ein Jahr später wird ihm der Prozess gemacht. Richter Jürgen N. verurteilt Michael W. zu vier Jahren Haft.  Für die Freier des Minderjährigenbordells interessiert sich niemand – weder nach der Auflösung des „Jasmin“ noch bei der Gerichtsverhandlung gegen den Zuhälter.

Oktober 1994 – Ein Manager der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB), Martin K., wird angeschossen und schwer verletzt. Bereits wenige Monate später sind die vier Täter aus dem kleinkriminellen Milieu ermittelt. Drei von ihnen werden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Offen bleibt, wer den Auftrag zu dem Attentat erteilt hat.

1999 – 2000 – Der von dem OK-Ermittler Georg Wehling geleiteten Ermittlungsgruppe gelingt es, zwei Immobilienmakler aus dem Allgäu als Auftraggeber zu überführen. Tatmotiv war der Streit um den Verkauf eines im LWB-Besitz befindlichen Hauses („Klockzin“). Bei den Ermittlungen stoßen die Ermittler auf Verbindungen zu dem 1993 aufgeflogenen Bordell „Jasmin“. So sollen die aus dem Allgäu stammenden Männer gedroht haben, über die „Kinderfickerei“ auszupacken. Zudem offenbarte der einstige Bordellbetreiber bei einer späteren Zeugenbefragung, er habe das milde Urteil von vier Jahren Haft nur deshalb erhalten, weil er im Prozess keine Freier nannte. Wehling leitet gegen Richter N., der die Verhandlung leitete, Ermittlungen wegen Rechtsbeugung ein.

Nachdem Michael W. drei mutmaßliche „Jasmin“-Freier benannt hat – das Attentatsopfer und die Hintermänner des Anschlags – befragen im Sommer 2000 Polizisten ehemalige „Jasmin“-Mädchen. Sie legen ihnen Lichtbilder möglicher Kunden vor.

Herbst 2000 – Das Ermittlungsverfahren gegen Richter N. wird eingestellt. Der Jurist legt Dienstaufsichtsbeschwerde u.a. gegen Wehling ein.

Oktober 2002 – Beamte des Sächsischen Landeskriminalamts durchsuchen das von Georg W. geführte Referat 26. Die Abteilung wird aufgelöst. Keines der neun gegen den Polizisten gerichteten Dienst- und Ermittlungsverfahren führt zu einer Verurteilung oder Disziplinarstrafe.

2004 – Der Prozess gegen die mutmaßlichen Auftraggeber des „Klockzin“-Anschlags wird gegen Auflagen eingestellt. Die Immobilienmakler aus dem Allgäu müssen eine Geldspende von 2500 Euro an den Weißen Ring zahlen.

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