Archiv für 29. Mai 2008

Thomas Pany 26.05.2008

Heftige Kritik an der Vergabe von Zertifikaten im Emissionshandel

Wie viele Menschen tatsächlich daran glaubten, dass der Emissionshandel zu Einsparungen des Kohlendioxidausschusses führt, dass er den Einsatz von erneuerbaren Energien fördert und Projekte, welche die Energie effizienter zu nutzen verstehen, ist nicht bekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass neuere Erkenntnisse aus Stanford und Untersuchungen der Watchdog-Organisation International Rivers das Überleben dieses Glaubens ernsthaft gefährden. Denn, so ermitteln Kritiker des UN-Programms im Zusammenhang mit dem Emissionshandel, hinter der Kulisse der Geschäfte mit umweltverträglichen Projekten stünden Korruption, Verschwendung von Geldern in Milliardenhöhe und steigende Treibhausgasemissionen.

Das Prinzip des „Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung“, im englischen: „Clean Development Mechanism (CDM), besteht darin, dass Industrieländer ihre höhere CO2-Emission mit Zertifikaten, die für eingespartes Kohlendioxid stehen, kompensieren. Diese Zertifikate (Certified Emission Reductions -CERs) können für Projekte, z.B. für den Bau von Anlagen, erworben werden, deren veranschlagter CO2-Ausstoß unterhalb einer bestimmten Referenzgröße liegt. Mit solchen Zertifikaten – ein CER steht für eine Tonne Kohlendioxid, das nicht in die Luft ausgestoßen wurde, sondern „eingespart“ – , können sich Industrienationen von ihren hohen Ausstoßwerten „runterkaufen“, um die vereinbarten Klima-Ziele zu erreichen.

Im Rahmen des [extern] „Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung„, der ins Kyoto-Protokoll aufgenommen wurde, vergibt die UN für [extern] CDM-Projekte CER-Papiere in beträchtlicher Höhe. Laut Guardian [extern] wächst der entsprechende Markt schnell. Gegenwärtig soll er 20 Milliarden Dollar im Jahr wert sein, erwartet wird für die nächsten vier Jahre ein Wachstum auf 100 Milliarden. Mehr als 1000 Projekte sollen bis dato als geeignet erklärt worden sein, weitere 2000 werden derzeit geprüft.

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