Neue Hinweise auf CIA-Geheimgefängnis in Polen

Veröffentlicht: 12. August 2007 von infowars in EU, Geheimdienst, Geopolitik, Grundrechte, Menschenrecht, Militär, Nachrichten, Polizeistaat, Staatsterror, Terror

Dem US-Magazin New Yorker zufolge sollen Terrorverdächtige in dem Lager auch gefoltert worden sein

Andreas Förster/ berlinonline.de

BERLIN. In der Affäre um geheime CIA-Gefängnisse in Europa gibt es neue Vorwürfe gegen Polen. Das US-Magazin New Yorker schreibt in seiner jüngsten Ausgabe, dass mehrere Terrorverdächtige in einem CIA-Geheimgefängnis in Polen festgehalten und gefoltert worden sein sollen. Zu diesen Gefangenen habe auch Khaled Scheich Mohammed gehört, der mutmaßliche Cheforganisator der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Polen hatte bislang strikt jeden Vorwurf zurückgewiesen, auf seinem Territorium CIA-Gefängnisse geduldet zu haben.

Die Journalistin Jane Mayer, die den Artikel im New Yorker verfasst hat, beruft sich unter anderem auf Gespräche mit amerikanischen und europäischen Geheimdienstlern sowie US-Regierungsbeamten. Demnach haben polnische Behörden zumindest bei den geheimen Transporten von Gefangenen in die US-Gefängnisse mitgewirkt. Wenn etwa ein CIA-Flugzeug polnischen Luftraum erreichte, habe die dortige Luftüberwachung zwar die Führung des Fluges übernommen, darüber aber keine Dokumentation angelegt, heißt es in dem Artikel.

Khaled Scheich Mohammed ist dem Magazin zufolge zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt nach seiner Festnahme im März 2003 von der CIA in ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis in Polen gebracht worden. Ihm sei sein Aufenthaltsort jedoch nicht bekannt gewesen, bis ihm eines Tages die polnische Aufschrift auf einer Wasserflasche aufgefallen sei.

Im New Yorker heißt es, es seien nie mehr als ein Dutzend hochrangiger Terrorverdächtiger in diesem Geheimgefängnis untergebracht gewesen. Wo es sich befinden soll, schreibt das Magazin nicht. In früheren Medienveröffentlichungen wurde als möglicher Standort ein ehemaliger russischer Militärstützpunkt in Stare Kiejkuty im Norden des Landes genannt.

Laut New Yorker mussten Scheich Mohammed und andere Gefangene in Polen auch Folter wie das so genannte Waterboarding erleiden. Bei der von Washington ausdrücklich zugelassenen Foltermethode werden die Opfer so lange unter Wasser gedrückt, bis sie glauben, ertrinken zu müssen.

Berliner Zeitung, 11.08.2007

[quelle:infokrieg.tv]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s