Gigantischer Waffenschwund

Veröffentlicht: 7. August 2007 von infowars in Irak, Krieg, Nachrichten, USA, Waffen

US-Militär bewaffnet unabsichtlich den irakischen Widerstand

Von Rainer Rupp/ jungewelt.de

Das Pentagon weiß nicht, wo 190000 AK-47-Sturmgewehre und Pistolen abgeblieben sind, die es in den Jahren 2004 und 2005 an die von US-Besatzern ausgebildeten neuen irakischen »Sicherheitskräfte« geliefert hat. Gleiches gilt für die 215000 schußsicheren Westen, von denen sich nur noch 80000 im Arsenal der irakischen Armee befinden. Das berichtete die Washington Post vom Montag unter Berufung auf einen Bericht des US-Bundesrechnungshofs (Government Accountability Office, GAO). Nun befürchtet Washington, daß die Waffen in die Hände des irakischen Widerstands gefallen sind und nach klassischer Art der Guerilla die Waffen der Besatzer gegen die Besatzer eingesetzt werden. Laut GAO-Bericht hat das US-Militär in Irak keine Ahnung, was mit etwa 30 Prozent der Waffen und Ausrüstung passiert ist, die im fraglichen Zeitraum an die neue irakische Armee und andere Sondereinheiten verteilt worden sind. Das Pentagon hat den GAO-Bericht nicht in Frage gestellt und erklärt, daß es bereits selbst eine Untersuchung eingeleitet habe.

Ingesamt hat Washington bereits 19,2 Milliarden Dollar für den Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte ausgegeben, davon mindestens 2,8 Milliarden für Waffen und Material. Die irakischen AK-47-Sturmgewehre und Pistolen kommen hauptsächlich aus Bosnien und Serbien, wo laut Post private Waffenhändler im Auftrag der USA im Zeitraum 2004 und 2005 über 350000 AK-47 und ähnliche Waffen mit Zustimmung der NATO und EU aufgekauft hatten. Aber laut GAO fand die Verteilung der Waffen in Irak »übereilt und ohne die üblichen Kontrollen« statt. Verantwortlich dafür war damals ausgerechnet US-General David Petraeus, der wegen seiner politischen Biegsamkeit inzwischen von US-Präsident Bush zum Oberkommandeur aller US-Besatzungskräfte in Irak befördert worden ist.

Neben der Blamage für die US-Besatzer hat dieser gigantische Waffenschwund auch noch eine politische Dimension, denn die US-Expertin für Kleinwaffenhandel Rachel Stohl vom »Center for Defense Information« in Washington hat inzwischen die Frage gestellt, wie die Bush-Administration weiterhin Syrien und Iran vorwerfen könnte, den irakischen Widerstand mit Waffen zu versorgen, wo die USA dies – wenn auch unbeabsichtigt – im großen Stil doch selbst täten. Derweil hat dGAO angekündigt, daß es als nächstes untersuchen werde, ob es in Afghanistan ähnliche Probleme gebe.

Weniger nachlässig dürfte derweil das US-Militär mit seinen neuesten drei Killerrobotern umgehen, die seit wenigen Tagen im Fronteinsatz sind und an besonders gefährlichen Stellen in Irak auf Patrouille geschickt werden. Die auf Ketten montierten Roboter der Firma Talon, vom US-Militär auf den Namen SWORDS (Schwerter) getauft, sind mit einem dreh- und schwenkbaren, M249-Maschinengewehr mit bis zu 850 Schuß pro Minute ausgerüstet und werden von US-Soldaten weitab vom Gefahrenherd ferngesteuert. Mit Hilfe der rundum funktionierende Optik, von Akustik- und anderen Sensoren der Roboter können ihre rückwärtigen Operateure ohne Gefahr fürs eigene Leben den Feind bekämpfen.

Sollten sich die SWORDS bewähren, dann wird den US-Imperialisten ein Traum erfüllt, nämlich Kriege zu führen und Widerstand zu brechen, ohne eigene Soldaten zu riskieren, zu deren Motivation nicht einmal mehr ein »höherer Sinn« fürs Killen vorgegaukelt werden muß.

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