Spuren von Sachsen-Mafia zu Bankenskandal in Berlin

Veröffentlicht: 28. Juni 2007 von infowars in Bank Mafia/Finanzen, Deutschland, Kindesmißhandlung/ Sex Crimes, Korruption, Nachrichten, Wirtschaft

Mein Parteibuch | 2007-06-26   radio-utopie.de

Die Spuren, die den Fallkomplex Leipzig des jüngst als „Sächsischer Sumpf“ bekannt gewordenen Korrupionsgeflechtes mit Berlin verbinden, sind so breit wie die Autobahn A9, die Leipzig mit Berlin verbindet.

Mit den Spuren soll nun nicht gemeint sein, dass der Dresdener Thomas de Maizière inzwischen als Kanzleramtsminister in Berlin für die Geheimdienste zuständig ist, denn schließlich hat er als Innenminister in Sachsen für die Fortführung der Tätigkeit des Verfassungsschutzes gesorgt.
Und natürlich ist damit auch nicht gemeint, dass der ehrenwerte SPD-Politiker Rainer Fornahl sowohl im Aufsichtsrat der LWB als auch als Abgeordneter für den Wahlkreis Leipzig im Bundestag sitzt.

Auch ist damit ganz sicher nicht gemeint, dass der langjährige Oberbürgermeister von Leipzig, Mein-Name-ist-Hase Wolfgang Tiefensee nun als Bundesverkehrsminister in Berlin arbeitet. Erst recht ist es keine Spur, wenn LWB-Aufseher Wolfgang Tiefensee, wie der Spiegel offenbar gerade berichtete, demnächst am Amtsgericht Tiergarten diskret und unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeuge im Prozess gegen seinen ehemaligen Stadtkämmerer, dem Vorteilsannahme vorgeworfen wird, als Zeuge gehört wird.

Überhaupt gibt es bei der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) keine Spuren, sondern allenfalls Verbindungen nach Berlin. Dass der im Geschäftsbericht 2005 ausgewiesene Aufsichtsratsvorsitzende der LWB, RA Ludwig Burkhardt, in Berlin als Vorstand der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) seiner Arbeit nachgeht, ist nun wirklich keine Spur. Und auch, dass LWB-Geschäftsführer Christoph Beck nach langjähriger Firmenzugehörigkeit die LWB zum 31.10.2005 verlassen hat, um in Berlin seine Qualitäten in den Vorstand der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO einzubringen, ist sicherlich keine Spur.

Auch dass der Nun-Nicht-Mehr-Chefjustitiar der LWB, Martin Klockzin, im Berliner Bankenprozess als später Zeuge der Verteidigung ausgesagt hat, ist sicherlich keine Spur. Auch dass seine Sekretärin Karin Christen im Stern von Berlin-Besuchen ihres Chefs berichtete, „von denen keiner etwas wissen durfte“, ist aufgrund der großen touristischen Anziehungskraft der Metropole Berlin, auf die Leipziger Möchte-Gern-Olympioniken nur neidisch sein können, sicherlich alles andere als eine Spur.

Auch eine Spur von Karlheinz Sporer zum Berliner Lars-Oliver Petroll zu sehen, nur weil die beide mal tot in einem Wald rumhingen, ist sicher völlig abwegig.

Zum einen kam Karlheinz Sporer ja gar nicht aus Leipzig, sondern war in Plauen Kripochef und zum anderen kommt es in Sachsen, wie die Fälle der ehemals für Grundstücksangelegenheiten im Amtsgericht Leipzig zuständigen Justizsekretärin Barbara Beer und des ehemaligen Stadtrates Walter Bullinger zeigen, ja öfter mal vor, dass irgendwelche Leute, wenn sie nicht wie der Leipziger Immobilienmakler Martin Mielke ganz verschwinden, irgendwo tot in der Gegend rumliegen.

Und wenn der Dynamo Kreisel in der Saison 1998/99 berichtet, dass der FC Sachsen nach „den Rücktritten der Führungsetage um die Geldgeber Otto Bauer, Klaus Wienhold, Marco Kroszewsky und letztlich Schatzmeister Martin Klockzin“ finanziell wieder Schlagseite bekommen hat, so ist das keine Spur, sondern zeugt nur vom lobenswerten gesellschaftlichen Engagement ehrenwerter Bürger in zufällig demselben Sportverein.
Damals konnte schießlich niemand ahnen, dass Klaus Wienhold einige Jahre später mal rechtskräftig wegen Betruges an Mietern verurteilt werden würde.
Das gilt natürlich um so mehr, wie als dass Martin Klockzin Klaus Wienhold genau wie seinen Kompagnon, den später verhandlungsunfähig erkrankten Marathonläufer Christian Neuling, schon vom Schnäppchen-Kaufen kannte. Und erst recht ist das keine Spur, wenn der Name Marco Kroszewsky auch als Domaininhaber der Domain einer später mal leicht ins Gerede gekommenen Firma ELPAG mbH auftaucht.

Auch die Pressemitteilung „Verbindungen in die Hauptstadt“, wo von einem ehemaligen Geschäftsführer Heinrich Wahlen die Rede ist, der 1998 in den Vorstand einer von Wienhold gegründeten Aubis Immobilien AG gewechselt haben soll, ist sicher bedeutungslos.
Und im vorgestrigen Tagesspiegel-Artikel mit Titel „4500 Wohnungen auf Pump“ stand auch nichts wirklich neues. Das alles sind sicher keine Spuren aus dem sächsischen Sumpf in den Berliner Bankenskandal.

Interessanter ist hingegen ein am 28.10.2005 in „unsere zeit – Zeitung der DKP“ veröffentlichter Artikel von Maxi Wartelsteiner mit Untertitel „Was Mieter in der Siedlung Grünau erleben“. Dass da von einem Gericht die Rede ist, dass seit nunmehr fünf Jahren nicht in der Lage sei zu entscheiden, ob die Wärmelieferverträge der Elpag sittenwidrig sind, verwundert angesichts der im sächsischen Sumpf bekannt gewordenen Zustände in der Leipziger Justiz sicher niemand mehr.

Aber außerdem ist da noch von Versuchen einer Mieterinitiative in der Ringstraße in Richtung Gründung einer Genossenschaft die Rede, die eiskalt „ausgetrixt“ worden sei, „indem die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) die dortigen 1 700 Wohnungen klammheimlich an einen Berliner Immobilienkonzern verschacherte; ziemlich aufschlussreich dabei: nicht mehr für 2 000 Mark pro Quadratmeter, sondern für nur etwas mehr als 600 DM.“

Wenn unabhängige Ermittler wirklich Spuren aus dem Sächsischen Sumpf in den Berliner Bankenskandal nachgehen wollen würde, dann könnte sie bei solchen Vorgängen noch mal ganz genau hinschauen. Immerhin macht die Preisdifferenz zwischen 600 DM und 2000 DM allein bei den 1700 Wohnungen dieses Deals mit einer vorsichtig geschätzten durchschnittlichen Größe von 50qm nach Adam Riese gleich mal locker 119 Mio D-Mark bzw schlappe 60 Mio Euro aus. Komisch, dass da keiner Fragen hat.

Oder wollen Justiz und Politik womöglich in Wirklichkeit weder die Hintergründe des Berliner Bankenskandals noch die des sächsischen Sumpfes wirklich aufklären?

Kommentare
  1. Kuhn sagt:

    Christoph Beck hat uns eine Modernisierungsankündigung am 06.12.2010
    zugesandt,
    es handelt sich um die degewo, Haus Joachim-Gottschalk-Weg 1,
    12353 Berlin.
    Christoph Beck = Vorstand bei der degewo (Land Berlin).

    Kosten der Sanierung des Hauses 11,7 Mio. Euro.
    Pro Wohnung ca. 65.000,– Euro

    Total überteuert !
    Wo fließt die Kohle hin ???

    Die Sanierung dürfte höchstens 5 Mio. Euro kosten.

    Feuchtwanger Weg wurde auch schon zu total überhöhten Preisen
    saniert und abgerechnet.

    Ganz einfache Billigsanierung, niedrigstes Niveau !
    Mehr Schein als Sein !

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