Nachhaltige Begriffsverwirrung um »Erneuerbare«

Veröffentlicht: 11. Juli 2011 von infowars in Klimalüge/Ökofaschismus, Politik, Propaganda

Edgar Gärtner

Beim Schlagwort »erneuerbar« bekommen die meisten Deutschen strahlende Augen. Glaubt man Meinungsumfragen, so hätten um die 80 Prozent der Deutschen gerne so rasch wie möglich eine Energieversorgung, die zu 100 Prozent auf »Erneuerbaren« beruht. Da hilft es wenig darauf hinzuweisen, dass es nach den Gesetzen der Physik in der irdischen Welt überhaupt keine erneuerbare Energie geben kann, weil jede Form hochwertiger, zur Arbeitsleistung tauglicher Energie sich nach getaner Arbeit in nutzlose, das heißt diffuse Abwärme verwandelt. Aber die Unterscheidung zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen hat sich inzwischen so fest im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert, dass man meinen könnte, sie gehe auf den Schöpfer selbst zurück.

Doch bei genauerem Hinsehen erweist sich diese Unterscheidung in der Praxis schlicht als unsinnig. Noch keine einzige für erschöpfbar erklärte Ressource wie Öl, Erdgas, Uran, Gold, Silber und selbst Phosphat ist uns bislang ausgegangen. Im Gegenteil: Gerade bei Erdgas haben sich die sicheren Reserven in letzter Zeit mindestens versechsfacht. Dafür gibt es etliche Beispiele sogenannter erneuerbarer Ressourcen (vor allem Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel Speisefische wie der Zackenbarsch und der Kabeljau oder auch Nutzhölzer und Heilpflanzen), die von Menschen nahezu vollständig aufgebraucht beziehungsweise endgültig ausgerottet wurden. Verbindet man gar die Begriffe »erneuerbar« und »Natur« miteinander, wird die Konfusion komplett: Holzkohle ist im Prinzip ein erneuerbarer Energieträger. In der Praxis wurden durch die Holzkohleherstellung aber ganze Gebirge entwaldet und Urwälder unwiderruflich zerstört. Naturdünger wie Guano oder Kuhmist sind im Prinzip erneuerbar. Dennoch kam es im 19. Jahrhundert weltweit zu einem Stickstoffmangel in den Ackerböden, weil die Naturdüngervorräte nicht mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt halten konnten. Die heutigen Kunstdünger jedoch sind im besten Sinne erneuerbar, denn Stickstoff kann mithilfe der Ammoniaksynthese nach dem Haber-Bosch-Verfahren unbegrenzt aus der Luft gewonnen werden. Und denitrifizierende Bakterien führen ihn wieder von den Böden zurück in die Atmosphäre.

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Kommentare
  1. […] »Nachhaltige Begriffsverwirrung um »Erneuerbare« […]

  2. Frank56 sagt:

    Jede Diskussion um Energie ist eigentlich dann unsinnig, wenn Sie nicht offen geführt wird und von vorn herein den Diskussions-Inhalt einschränkt. Es bleibt daher immer eine Diskussion um ein Geschäft, mit dem größtmöglichen Gewinn, um den Systemerhalt zu sichern, nicht mehr und nicht weniger. Aber was will man auch anderes erwarten, es wird immer der Profit entscheiden wider der Vernunft, solange dieses kapitalistische Gesellschaftssystem existiert! Horror-Worte wären da “Freie Energie”. Nur diese Worte sind auch bei alternativen Seiten der Aufklärung und Kritik Mangelware, als fürchte man selbst einen Systemwandel. Theoretisch könnte Wasserkraft aus Norwegen 60 europäische AKW ersetzen, und das ist bereits seit 1992 bekannt (Der Spiegel, 48/1992), saubere und billige Energie (kein Thema). Die Diskussion geht um E10 (Ja/Nein), Sie geht nicht um Wasserauto / Druckluftauto. Hat irgendjemand Interesse an Vernunft? Wenn man mit Wasser ein Auto antreiben kann oder mit Druckluft, wie weit wären wir von dem schier unmöglichem Gedanken entfernt, dass sich jeder seine Energie zu Hause selbst herstellen kann? Jeder, der außerhalb dieser Möglichkeiten diskutiert, ist für mich ein Schauspieler oder Aktionär! Quelle ist sicher nicht von Interesse, falls Bedarf besteht aber kein Problem.

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