Archiv für 26. Dezember 2009

»Sollen sie doch Kuchen essen« – diese bekannten, Marie Antoinette zugeschriebenen kalten Worte hat vermutlich nicht sie, sondern Maria-Theresia, die Frau Ludwigs XIV., schon ein Jahrhundert zuvor gesagt, als es hieß, das Volk leide Hunger und habe kein Brot. Aber von wem der Satz auch immer stammen mag, die Äußerung zeigt das Denken einer Aristokratie, die nicht die geringste Antenne für die Lebenswirklichkeit der Armen hat. Genau so etwas gibt es auch heute noch.

»Herr Abgeordneter, was soll mit den 30 Millionen Amerikanern geschehen, die nicht krankenversichert sind?«

»Wieso, das ist doch ganz einfach: Zwingen Sie sie, eine Versicherung abzuschließen. Wenn sie sich weigern, brummen Sie ihnen eine saftige Strafe auf.«

»Und wenn sie das Geld nicht haben?«

»Dann nehmen Sie es von denen, die Geld haben.«

Bei den Gesetzen für eine Gesundheitsreform, die jetzt durch den Kongress gebracht werden, geht es nicht darum, wie man das Gesundheitssystem billiger und besser machen, Verschwendung und Betrug ein Ende bereiten oder teure Zwischenhändler ausschalten kann. Das waren die Ziele der ursprünglich geplanten staatlichen Krankenversicherung (Public Option). Aber die Public Option ist aus dem Gesetz, das dem Senat zur Abstimmung vorliegt, herausgenommen und in dem Entwurf, über den das Repräsentantenhaus abstimmt, stark verwässert worden.

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